Was ist zu tun bei einem Tiernotfall?

 

Ein Tierschutzverein hat keinerlei rechtliche Kompetenzen und ist von Amts wegen weder für Tierrettungen noch für Tieraufnahmen zuständig. Jedoch stehen wir jedem Tierfreund beratend zur Seite.

 

Verwilderte Hauskatzen

Grundsätzlich gilt, wer Tiere durch Füttern an sich bindet, ist auch verantwortlich für deren Gesundheit. Entschließt du dich also, eine oder mehrere der herrenlosen, verwilderten Katzen/Kater zu füttern, sorge bitte auch dafür, dass sie die wichtigsten Impfungen gegen die schlimmsten Katzenkrankheiten erhalten und kastriert werden. Die Kastration der Kater und Katzen verhindert die unkontrollierte Vermehrung der verwilderten Hauskatzen, die Impfungen sorgen für ihre Gesundheit. Der Tierschutzverein hilft dir gern beim Einfangen, der tierärztlichen Versorgung und der Kastration der verwilderten Hauskatzen im Raum Gera und Umgebung. Wohnst du in einem Dorf außerhalb von Gera, wende dich bitte zuerst an die jeweilige Gemeinde, da die Versorgung von verwilderten Hauskatzen in deren Verantwortung liegt.

 

Zahme Katzen, Hunde,  andere Haustiere

Bei zahmen und augenscheinlich gesunden Tieren, die vermutlich einen Besitzer haben oder hatten, informierst du bitte das  Tierheim, da dieses für ALLE zahmen Fundtiere verantwortlich ist. Für Gera und Umgebung ist das das Tierheim Gera, Franzosenweg 1, 07548 Gera - Milbitz (Tel.  0365 413066). Beachte bitte, dass das Tierheim nicht immer geöffnet hat. Vielleicht kannst du den Findling zwischenzeitlich in deinem Haus beherbergen. Im Tierheim wird eine sogenannte  Fundtieranzeige ausgefüllt. Im besten Falle hat das Tier einen Chip, der im Tierheim ausgelesen werden kann. So kann der Besitzer schnell ausfindig gemacht werden. Mehr Informationen findest du unter der Internetseite des Tierheims Gera www.tierheim-gera.de

 

Zahme aber scheinbar kranke oder verletzte Tiere bringst du bitte zum nächsten Tierarzt. Die Behandlungskosten übernimmt die Stadt. Für den Fall, dass du dir das selbst nicht zutraust oder keine Möglichkeit hast, wende dich bitte an eine der folgenden Stellen:

 -   Feuerwehr (Notruf 112)

 -   Tierheim/Tierrettung (Tel. 0365 413066)

 -   Rettungsleitstelle (Tel. 0365 48820) 

 

Hier findest du eine Übersicht aller Tierärzte in Gera: Tierärzte/Gera

Und hier deren Notfalldienstplan für 2018: Dienstplan

 

Tauben

Viele wichtige Infos zu Tauben und den richtigen Umgang mit ihnen, findest du hier.

"Die gesundheitliche Gefährdung durch Tauben ist nicht größer als die durch andere Zier- und Wildvögel oder Haustiere."

 

Wildtiere

Solltest du auf ein Wildtier stoßen, dass augenscheinlich krank oder verletzt ist, informiere bitte den für das Gebiet zuständigen Jagdpächter. Hierzu kannst Du die Polizei (Tel. 110) anrufen, welche den jeweiligen Jagdpächter ermittelt. Keinesfalls solltest du das Tier "einfach so" mitnehmen. Tollwut ist zwar in Deutschland quasi bekämpft, das Tier könnte dich aber bspw. aus Angst beißen und Tierbisse sind auch ohne Tollwut sehr infektiös. Zudem riskierst du eine Anzeige wegen Wilderei. Da der Tierschutzverein Gera seit 2018 in der Rehkitz- und Wildtierrettung aktiv ist, können wir dich auch im Falle eines Wildtierkontakts beraten. Bitte wende dich hierzu an rehkitzrettung.gera@gmail.com oder Telefon 015233990514
www.rehkitzrettung-gera.de

 

Wildvögel

Wildvögel unterliegen dem Naturschutzgesetz und dürfen grundsätzlich nicht aus der Natur entnommen werden. Findest du in der Brutzeit einen Jungvogel am Boden, solltest du ihn zuerst auf Verletzungen untersuchen, bevor du ihn auf einen katzensicheren Baum oder idealerweise in sein Nest zurücksetzt. Du kannst den Jungvogel ruhig anfassen, denn Vögel haben einen relativ schlechten Geruchssinn, so dass die Altvögel das Vogelkind auch mit deinem Menschengeruch weiterfüttern und versorgen. Findest du einen Mauersegler, Mehlschwalbe etc. am Boden, handelt es sich immer um eine Notsituation. 

Verletzte, kranke und schwache Vögel bringst du am besten zu einem vogelkundigen Tierarzt. Die Kosten der Behandlung der Wildvögel übernimmt die Stadt.  

Hier findest du wertvolle Tipps zum Umgang mit JUNGVÖGEL.

 

Greifvögel

Greifvögel unterliegen dem Naturschutzgesetz und dürfen grundsätzlich nicht aus der Natur entnommen werden. Findest du einen kranken, verletzten und daher hilfebedürftigen Greifvogel, solltest du schnellstens einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen. In unserer Region kannst du zudem den Tierpark Gera um Hilfe bitten, wenn es darum geht, den tierärztlich versorgten Vogel vorübergehend aufzunehmen (Tel. 0365 810127)

Transportiere in Not geratene Vögel immer in einem mit Heu oder Gras ausgepolsterten Karton mit Deckel, in den du einige Luftlöcher machst. Handelsübliche Transportboxen (bspw. für Nager oder Katzen) sind ungeeignet, da sich die Vögel darin ihre Flügel verletzen können.

 

Igel

Igel sind Wildtiere und dürfen grundsätzlich nicht aus der Natur entnommen werden. Wir haben zwar in Gera keine Igelauffangstation, für Fragen zur Pflege und Versorgung von in Not geratenen Alt- oder Jungigeln beraten wir dich jedoch gern. Findest Du ein verletztes Tier, bringst du es am besten zuerst zu einem igelkundigen Tierarzt. Igelsäuglinge gehören immer in eine professionelle Auffangstation. Informiere dich bitte auch unter unserem Projekt Rehkitz-und Wildtierrettung über die Versorgung von Not-Igeln. 

Weitere Informationen zu Hilfen für Wildtiere findest du auf unserer Homepage https://www.rehkitzrettung-gera.de/igelhilfe/

 

Wespen-, Bienen-, Hornissennest

NIE selbst entfernen! Alle wildlebenden Tiere, also auch Wespen, stehen nach dem § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes unter dem allgemeinen Artenschutz. Nach dem Gesetz ist es verboten, wildlebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder deren Lebensstätten zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Wildbienen, Hummeln und die Hornisse stehen unter besonderem Artenschutz (§44). Die Abtötung der Tiere oder die Zerstörung einer Behausung kann mit einer Geldstrafe mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Aber selbst die Entfernung eines Wespennests kann zu einer Geldstrafe im vierstelligen Bereich führen, wenn dafür keine vernünftigen Gründe vorliegen.

Die Feuerwehr Gera gibt Auskunft.

 

Tierquälerei

Bei Verdacht auf Tierquälerei ist von Amts wegen das zuständige Veterinäramt (Amtstierarzt) der Stadt Gera (Tel. 03658383571) zuständig und zu informieren. Hier findest du ein Anzeigenformular.
Parallel sollte immer eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Bist du dir nicht sicher, stehen wir und das Tierheim Gera (Tel. 0365 413066) dir gern beratend zur Seite. Sende uns in diesen Fällen eine Email mit deinem Namen und deiner Telefonnummer, damit wir deine Beobachtungen mit dir besprechen können. 

 

Nothilfe bei Gefahr im Verzuge

Befindet sich ein Tier in akuter Lebensgefahr, musst du nicht auf Polizei oder Feuerwehr warten, sondern darfst auf Rechtsgrundlage § 32 Strafgesetzbuch (StGB) sofort und unmittelbar Hilfe leisten (Nothilfe). Im Rahmen einer solchen Nothilfe  darfst du bspw. straffrei eine Autoscheibe einschlagen, wenn das Auto in der Sonne steht und die Temperaturen darin offensichtlich lebensbedrohlich für das eingeschlossene Tier sind. Solltest du dennoch Bedenken bzgl. der Gefahr der eigenen Strafverfolgung  wegen Sachbeschädigung haben, informierst du vorher die Rettungsleitstelle (112) über den Sachverhalt. Du brauchst nicht auf die Polizei oder Feuerwehr zu warten. 

 

Hilfe für verletzte Wildtiere findest du auch hier.

 

 Eine interessante PDF zum Thema richtiges Verhalten bei Begegnungen mit Wildtieren, findest du auch hier:

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Zur Verfügung gestellt vom C&A Online Shop.
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